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Heizen mit Holz

Die Heiztechniken werden immer ausgefeilter. Eine besonders große Bandbreite von Systemen bietet das Heizen mit dem Energieträger Holz. Holzheizungen können das alleinige Heizsystem sowohl in älteren ungedämmten Häusern wie auch in Niedrigenergiehäusern sein. Aber auch als Zusatzheizung machen Kamin- und Kachelofen eine gute Figur.
Der Brenn- oder Feuerraum das am meisten belastete Bauteil des Ofens. Ein großer Teil der im Holzofen freigesetzten Energie wird über den Brennraum abgegeben. Beim Anzünden des Ofens ist darauf zu achten, dass schnell zündfähige Temperaturen von über 600 Grad C entstehen. Scheitholz sollte daher stets locker in den Feuerraum aufgerichtet entzündet werden, so dass es rundum ausgasen kann. Foto: Ulrich Brunner GmbH.

Wer mit Holz heizen möchte, findet für jeden Anwendungsbereich eine geeignete Heizungsanlage. Vielfältige Holzheizsysteme sind auf dem Markt erhältlich. So sind z. B. Holzpellet- oder  Hackschnitzelheizanlagen sehr gut geeignet, fossile Brennstoffe zu ersetzen und deren endliche Vorräte zu schonen. Der Einsatz von Holz ist auch wirtschaftlich sehr lohnend, da die Öl- und Gaspreise mit der wirtschaftlichen Erholung wieder enorm gestiegen sind. Die etwas höheren Anschaffungskosten der Holzheizanlage machen sich auf Dauer bezahlt.

Die drei wichtigsten Holzbrennstoffe

Scheitholz wird als ein Meter langes Brennholz oder zerkleinert  als „ofenfertiges Stückholz“ in 25 cm, 33 cm oder 50 cm Länge angeboten. Um eine gute Qualität zu erreichen, ist vor der Verwendung eine Lagerung von bis zu zwei Jahren  zur Trocknung erforderlich. Ziel ist ein Wassergehalt von  nicht mehr als 20 %. Üblicherweise wird Brennholz in  Raummeter (Ster) gehandelt. Mittels einfacher Prüfgeräte kann der Wassergehalt ausreichend genau gemessen werden.
Holzhackschnitzel sind maschinell zerkleinertes Holz für den automatischen Betrieb von modernen Holzfeuerungen. Qualität und Lagerfähigkeit werden auch hier vom Wassergehalt geprägt. Holzhackschnitzelheizungen haben sich in der Landwirtschaft etabliert und eignen sich auch für viele Gewerbetriebe mit hohem Wärmebedarf.
Holzpellets sind zylindrische  Presslinge aus trockenem, naturbelassenem  Restholz (Säge-, Hobelspäne), die ohne chemische Zusätze unter mechanischem Druck geformt werden.  Holzpellets werden lose als Schüttgut und in Säcken abgepackt  gehandelt.

Heizen mit Holzpellets

Ob Pellet-Kaminofen, Pellet-Kessel oder Pellet-Heizeinsatz: Eines haben die Geräte gemeinsam. Sie schöpfen die Heizenergie aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Pellets eignen sich hervorragend zur automatischen Beschickung des Brennraumes. Dadurch reicht der Bedienkomfort dieser Geräte nahezu an die konventionell mit Öl- oder Gas befeuerten Heizanlagen heran. Pellet-Kaminöfen und Pellet-Heizeinsätze werden im Wohnraum integriert und bieten daher mollige Strahlungswärme.
Bewährt haben sich auch Pelletöfen mit Wassertechnik. Diese Öfen lassen sich in die zentrale Warmwasserbereitung einbinden und können so wie die Pellet-Kessel ein ganzes Haus beheizen. Pelletöfen mit Wassertechnik eignen sich vor allem für Neubauten, während seit Jahren etablierte Pellet-Kessel für jedes Haus geeignet sind und immer mehr Ölheizungen ersetzen.

Der Pelletlagerraum - was ist zu beachten?

Abhängig vom Wärmebedarf des Hauses ist ein entsprechender Lagerraum vorzusehen. Ein Einfamilienhaus mit 150 m² beheizter Wohnfläche hat in etwa einen Mengenbedarf von 4 - 6 Tonnen Holzpellets pro Jahr. Dies entspricht einem Raumbedarf von ca. 9 m³. Der  Lagerraum sollte den 1,0 bis 1,5-fachen Jahresbedarf fassen können. Damit ist der Raumbedarf nicht größer als für einen Öllagerraum. Der Pelletlagerraum für einen Pellet-Kessel sollte nach den Vorgaben des Pelletanlagenherstellers geplant werden. Abhängig von der individuellen  Situation im Wohngebäude kann ein Schnecken- oder ein  Saugsystem zum Transport der Pellets in den Brennraum zum Einsatz kommen.
Bei der Lagerung von Holzpellets kommt es im Einzelfall durch die sogenannte Autooxidation (Oxidation durch Luftsauerstoff)  von freien Fettsäuren im Holz zu einer Emission von Kohlenmonoxid (CO).  Grundsätzlich ist die Konzentration von CO aus Holzpellets weitaus niedriger als zum Beispiel im Rauchgas von Feuerungsanlagen. Allerdings wird vom Deutschen Energie Pellet Verband (DEPV) und vom TÜV Rheinland deshalb empfohlen, die Lagerräume gemäß den gemeinsamen Empfehlungen zu planen und zu erstellen. Was zu berücksichtigen ist, beinhaltet ein entsprechendes Merkblatt das unter http://www.depv.de Rubrik Downloads aus dem Internet he­runtergeladen werden.
Wichtig ist vor allem: Der Lagerraum ist kein üblicher Aufenthaltsraum oder Spielplatz. Es darf nur nach ausreichender Lüftung und vorher abgeschalteter Heizungsanlage betreten werden. Beim Begehen von nahezu luftdicht konzipierten oder sehr großen Pelletlagern (mit über 150 t Lagerkapazität) kam es zu tödlich verlaufenden Unfällen,  die meist auf das Einströmen von Rauchgas in die Pelletlager zurückzuführen waren.

Kamin- und Kachelofen

Ein Kaminofen verbreitet in kürzester Zeit wohlige Wärme. Der Kaminofen kann ebenso wie der Kachelofen als Wärmespender in den Übergangszeiten das Zentralheizungssystem ersetzen und im Winter unterstützen. In Energiesparhäusern sind Kamin- und Kachelöfen oft das alleinige Heizsystem. Die verglaste Feuerraumtür des Kaminofens bietet gleichzeitig eine tolle Sicht aufs lodernde Feuer. So lässt es sich mit Blick auf die lodernden Flammen gut entspannen und die Hektik des Tages ist schnell vergessen. Unzählige Gestaltungsmöglichkeiten passen zu jedem Einrichtungsstil. Neben Keramikverkleidung, Edelstahl, schwarz und gussgrau lackiertem Stahlblech liegen Kaminöfen mit Natur- und Speckstein besonders im Trend.
Wie beim Warmluft-Kachelofen geben Kaminöfen die Wärme zunächst schnell durch Konvektion ab. Die angenehme Strahlungswärme wird dann abgegeben, wenn sich die Verkleidungselemente aufgeheizt haben. Die Dauer und Intensität der Strahlungswärme ist abhängig von der Art und Stärke des Verkleidungsmaterials. Besonders geeignet für die Wärmespeicherung sind Speckstein und Keramikelemente. In diesem Zusammenhang sind natürlich auch die Heizleistung des Ofens und der Wärmebedarf des Raumes von besonderer Bedeutung. Diese müssen aufeinander abgestimmt sein.

Energiesparhäuser und Passivhäuser - was ist zu beachten?

Bedingt durch die luftdichte Gebäudehülle müssen moderne Heizsysteme ebenso luftdicht errichtet werden. Heizsysteme können dann raumluftunabhängig betrieben werden, d.h. die benötigte Verbrennungsluft wird von außen geholt. Bei der Planung der Haustechnik ist zu berücksichtigen, dass die Wärmeverteilung immer über ein wasserführendes System erfolgen muss. Um ein Überhitzen des Aufstellungsraumes zu vermeiden, sollte unbedingt auf eine bestmögliche Abgabe der Wärme an einen Pufferspeicher und an die Kombination mit einer Solaranlage gedacht werden. Maximal 20 Prozent der Heizleistung sollte direkt an den Raum abgegeben werden. Der Großteil der Wärme, also 80 % und mehr sind im Pufferspeicher zwischenzulagern und werden so an die übrigen Räume des Hauses, ganz normal über Heizkörper, verteilt.
Um eine Lüftungsanlage und eine Holzfeuerung gleichzeitig betreiben zu können, sind spezielle Sicherheitseinrichtungen bei raumluftabhängigen Feuerstätten gemäß § 4 der Musterfeuerungsverordnung (MFeuVO) vorzusehen. Nach Empfehlung des Passivhaus Institut Darmstadt sollte dies auch bei raumluftunabhängigen Geräten bei Passivhäusern erfolgen. Weitere Besonderheiten sind:
Alle Zu- und Abluftleitungen sind dicht zu verlegen.
Zur Vermeidung von unnötigen Energieverlusten sind Dichtklappen in die Zuluftansaugung und in den Schornstein einzuplanen.
Pelltetheizungen für Passivhäuser sind primär auf den Warmwasserbedarf auszulegen.
Die Heizungsregelung ist bedarfsgeführt (unabhängig von der Außenluft) einzustellen.

Holz in ausreichender Menge

Vor Jahren meinten Skeptiker, das Holz könnte knapp werden, wenn viele Haushalte Holzheizungen installieren. Doch weiterhin steht Holz in mehr als ausreichenden Mengen zur Verfügung. Die Umsteiger auf moderne Holzheizsysteme sind häufig Energiesparer und achten darauf, dass das Haus auch gut wärmegedämmt ist. Im Neubau wird ohnehin weniger Heizenergie verbraucht.

Informieren lohnt sich

Grundsätzlich benötigt jeder Kaminofen einen Schornstein. Informieren Sie sich bei Ihrem Schornsteinfeger, ob eine Mehrfachbelegung des Schornsteins möglich oder ob ein separater Schornstein vorgeschrieben ist. Planen Sie den Neubau eines Hauses, so sprechen Sie schon jetzt mit einem Kaminofen-Fachmann über Ihr Vorhaben. Klären Sie ab, ob für Sie eventuell ein wasserführendes System weitere Vorteile bringt. In der Planungsphase können Sie viele Überlegungen anstellen. Mögliche Änderungswünsche in der Bauphase verursachen weitere bauliche Maßnahmen, die oft mit unnötigen Kosten verbunden sind.

Tipps und Hinweise

Kaufen Sie Qualitätsprodukte vom Fachbetrieb, der auch eine ordentliche Beratung bietet.
Wichtig ist ein schamottierter und richtig dimensionierter Feuerraum, damit sich ausreichend hohe Temperaturen im Feuerraum einstellen und die brennbaren Gase ausreichend lange dort verweilen können.
Fragen Sie nach Umlenkeinbauten im Feuerraum, die durch Verwirbelung eine gute Durchmischung von Brenngasen und Verbrennungsluft erreichen.
Achten Sie auf eine getrennte Luftzufuhr (Primär- und Sekundärluft). Die Primärluft versorgt den noch nicht entgasten Brennstoff mit Sauerstoff, die Sekundärluft liefert Sauerstoff für das bereits entstandene Brenngas.
Um eine optimale Luftzufuhr in jeder Verbrennungsphase zu gewährleisten, sollten Öfen mit einer Einhebelmechanik oder noch besser mit einer elektronischen Verbrennungsluftregelung ausgestattet sein. Beide Systeme ermöglichen eine einfache Bedienung.

Holzpellets sind ein genormter Brennstoff, gemäß der EU-Norm EN 14961-2. Zudem bieten ENplus zertifizierte Pellets weitere Sicherheit hinsichtlich eines reibungslosen Verbrennungsvorgang. Hinsichtlich Optik und Qualität gilt: Je glänzender und glatter die Oberfläche der Holzpellets, umso besser ist die Qualität. Günstig sind wenig Längs- und Querrisse und ein geringer Staubanteil bei der Pelletlieferung.

Einer der wichtigsten Punkte bei der Installation einer Hackgutanlage ist eine geschickte Planung des Brennstofflagerraums. Ideal ist ein großes offenes, ebenerdiges Hackgutlager mit Direktbefüllung. Graphik: Hargassner GesmbH, Österreich.

Letzte Aktualisierung:
09.07.2015