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Welches Heizsystem passt zum Haus?

Solar, Holz, Gas oder Wärmepumpe? Das Angebot an Heizsystemen ist größer und umfangreicher denn je. Aber welches System ist für mein Gebäude geeignet und garantiert auch in Zukunft geringe Heizkosten?
Die Auswahl an Energiesystemen ist heute groß. Gerade in Altbauten ist es häufig sinnvoll, Systeme miteinander zu kombinieren. Foto: Bosch Thermotechnik Gmbh.

Immer wieder werden Hauseigentümer mit der Erneuerung Ihrer alten Heizkessel konfrontiert. Sie alle beschäftigt dabei eine zentrale Frage: Macht es Sinn, weiter auf die herkömmliche Technik zu setzen oder lohnt sich ein teilweiser oder völliger Umstieg auf erneuerbare Energien? Wer sich intensiv mit den auf dem Markt befindlichen Systemen beschäftigt, wird bald erkennen: Das einzig wahre Heizsystem gibt es nicht.

Wann ist eine Heizung zu erneuern? Grundsätzlich dann wenn:

  • der Heizraum ständig unnötig mit beheizt wird,
  • die Abgasverluste über 10 % liegen,
  • der Heizkessel mit konstant hoher Temperatur (90°C / 70°C) betrieben werden muss,
  • im Schornstein Feuchteschäden auftreten,
  • die Heizungsanlage älter als 20 Jahre ist,
  • die geforderten Emissionswerte nicht eingehalten werden,
  • Kessel oder Brenner erneuert werden müssen (neue Heizung sollte installiert werden, da alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt werden),
  • der Energieverbrauch überdurchschnittlich hoch ist,
  • größere Umbauten und Sanierungen geplant sind.

Energiesparmaßnahmen einplanen

Da die Energiekosten unser Haushaltsbudget weiterhin, relativ sicher mit steigender Tendenz, belasten werden, sollten alle erdenklichen Energiesparmaßnahmen ernsthaft überprüft werden. Dazu zählen:
- oberste Geschossdecke dämmen,
- Kellerdecke von unten dämmen,
- Fenster sanieren bzw. tauschen,
- Außenwände dämmen,
- Dämmung der Heizungsverteilungsrohre,
- Austausch der Heizungsumwälzpumpen gegen moderne Hocheffizienzpumpen.
Abhängig von den baulichen Gegebenheiten ergeben sich unterschiedlich hohe Kosten. Lohnend ist es auf jeden Fall, intensiver über die einzelnen möglichen Sanierungsschritte nachzudenken. Stellt sich heraus, dass der Heizenergiebedarf reduziert werden sollte, ist ein Gespräch mit einem Energieberater vor der Heizungsmodernisierung auf jeden Fall empfehlenswert. Nach der Sanierung des Hauses ist der Energiebedarf wesentlich geringer und der neue Heizkessel kann daher oft kleiner ausfallen, was wiederum Kosten sparen kann.

Der hydraulische Abgleich ist wichtig

Viele Heizungen (gemäß der Bremer Optimus-Studie sogar 80 Prozent) sind heute leider nicht optimal eingestellt, da ein hydraulischer Abgleich der alten Heizung nicht vorgenommen wurde bzw. an der Heizungsanlage Veränderungen durchgeführt wurden, ohne das Gesamtsystem wieder richtig einzustellen. Heute ist ein hydraulischer Abgleich bei der Verwendung von KfW-Mitteln Pflicht. Ungleich warme Heizkörper, Strömungsgeräusche oder Geräusche am Thermostat sind sichere Hinweise auf ein schlecht eingestelltes Heizsystem. Auf keinen Fall sollte eine stärkere Umwälzpumpe installiert werden. Vielmehr geht es darum, die Kesselregelung, Heizwassertemperatur, Thermostatventile und Pumpe optimal aufeinander abzustimmen. Meist ist es dabei sinnvoll, alte, ungeregelte Standardpumpen mit stromsparenden Hocheffizienzpumpen zu ersetzen.
Beim hydraulischen Abgleich geht es darum, jeden Heizkörper oder Heizkreis bei einer festgelegten Vorlauftemperatur genau mit der Wärmemenge zu versorgen, die benötigt wird, um die für die einzelnen Räume gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Dafür ist eine genaue Planung und Einstellung der Heizung bei der Inbetriebnahme unumgänglich. Auch nachträglich ist ein hydraulischer Abgleich mit voreinstellbaren Thermostatventilen bzw. mit einem Strangdifferenzdruckregler möglich und sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Installateur und stellen Sie sicher, dass der hydraulische  Abgleich ordnungsgemäß durchgeführt wird. Sie sparen nicht nur Heizkosten, Ihre Wohnräume werden auch wieder gleichmäßig warm.

Welches Heizsystem passt zum Haus?

Bei der Erneuerung des Heizkessels sollte geprüft werden, ob ein Wechsel des Energieträgers sinnvoll ist. Dies gilt vor allem bei einer Ölheizung. Heizöl ist ein hochwertiger fossiler Brennstoff, der derzeit noch aufgrund des Preises für Heizzwecke verwendet wird. Es ist anzunehmen, dass dies in fünf bis zehn Jahren nicht mehr der Fall sein wird, da Erdöl nur begrenzt vorhanden ist und die  Erdölreserven Jahr für Jahr geringer werden.
Ein Umsteigen auf einen nachwachsenden Rohstoff, wie z. B. Holz, ist eine sehr gute Alternative. Vollautomatische Holzpelletanlagen oder Holzhackschnitzelanlangen (für landwirtschaftliche Betriebe, kommunale Einrichtungen usw.) stehen zur Auswahl. Eine weitere Alternative ist bei größeren Wohngebäuden das Umsteigen auf eine Heiz-Kraft-Anlage (HKA) auch bekannt als Blockheizkraftwerk (BHKW). Damit wird der Hauseigentümer zum Energielieferanten. Während die Heizung in Betrieb ist, wird Strom produziert, der an den Energieversorger verkauft wird. Die Installation einer Wärmepumpe ist im Altbau dann sinnvoll, wenn günstige Voraussetzungen dafür vorliegen, wie z.B. eine Fußbodenheizung, bzw. das Gebäude sehr gut wärmegedämmt ist. Zudem kann eine neue Wärmepumpe als Zusatzheizung energieeffizient betrieben werden, wodurch der alte Heizkessel als Spitzenlastheizkessel nur an wenigen, besonders kalten Tagen des Jahres in Betrieb gehen muss. Sprechen Sie über die verschiedenen Möglichkeiten mit Ihrem Installateur.
Gesamtkosten betrachten
Heizkessel werden in der Regel für 20 Jahre und länger genutzt. Allein die Anschaffungskosten zu betrachten, ist daher völlig unzureichend. Die Betriebskosten (im wesentlichen die Kosten für den Brennstoff) übersteigen die Anschaffungskosten meist um ein Vielfaches. Betrachtet man den Preisanstieg bei fossilen Energieträgern über den Zeitraum von 15 bis 20 Jahren und rechnet diesen weiter auf die nächsten 15 bis 20 Jahre hoch, dann wird klar, dass die fossilen Energieträger für Heizzwecke kaum mehr zu bezahlen sein werden. Alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung und die zusätzliche Nutzung von erneuerbaren Energien sollten daher bei der Neuinstallation einer Heizung ausgeschöpft werden.

Kombinieren nicht vergessen

Mit der Installation der neuen Heizung bietet sich die Möglichkeit, die Öl- oder Gasheizung mit einer Solaranlage, einer Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung oder mit einem Kaminofen als Zusatzheizung zu kombinieren. Dies ist speziell in Hinblick auf steigende Energiekosten für fossile Brennstoffe empfehlenswert. Die Energiepreise hängen vornehmlich von der weltwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung ab. Wer eine Solaranlage installiert, ist davon etwas unabhängiger. Einmal installiert liefert sie warmes Wasser praktisch kostenlos. Empfehlenswert sind ebenso Solar-Systeme zur Heizungseinbindung. Ein zusätzliches Heizsystem bietet sich speziell im Altbau an, wo der Heizenergieverbrauch oft wesentlich höher ist als im Neubau. Das behagliche Kaminfeuer im Wohnraum sorgt zudem für ein höheres Maß an Unabhängigkeit. Steigen die Preise für fossile Energieträger von heute auf morgen sprunghaft an, dann kann kurzfristig die Holzheizung (Kamin-, Kachel- oder Grundofen) intensiver genutzt werden.

Neuer Kessel - weniger Heizkosten

Abhängig vom Benutzerverhalten und auch vom Dämmstandard eines Gebäudes wurden Beispielwerte eines Einfamilienhauses aus dem Jahre 1975 mit ca. 140 m2 Wohnfläche ermittelt: Wird eine alte Ölheizung (Standardkessel) durch ein neues Gas-Brennwertgerät ersetzt, so reduziert sich der Energieverbrauch um ca. 25 bis 30%. Wird ein Niedertemperaturkessel  erneuert, so ist mit einer durchschnittlichen Energieersparnis von ca. 15% zu rechnen.

Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik

Bei neuen Heizungen kommt aufgrund gesetzlicher Vorgaben nur die Niedertemperatur- oder Brennwertheizung in Betracht. Die Gasbrennwerttechnik kann einen theoretischen Wirkungsgrad von 111%, die Ölbrennwertheizung 106% in Bezug auf den unteren Heizwert (Hu) erreichen. In der Praxis stellen sich die Werte aber erst dann ein, wenn mehrere Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählen:
- niedrige Temperaturen im Heizungssystem,
- hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage,
- richtig eingestellte Regelung und Pumpen.
Wird Erdgas als Brennstoff eingesetzt, so sollte unbedingt ein Brennwertgerät gewählt werden. Erdgasbrennwertgeräte haben sich in der Praxis bewährt. Da unsere Heizungen großteils im Teillastbereich mit niedrigen Temperaturen fahren können, lohnt sich die Investition. Die Mehrkosten sind zudem heute schon verschwindend gering. Auch im Altbau sollte heute beim Einsatz von Erdgas unbedingt die Brennwerttechnik genutzt werden. Spätere Sanierungen der Gebäudehülle reduzieren die Temperaturen im Heizungssystem, wodurch die Brennwerttechnik besser genutzt werden kann.
Bei Ölbrennwertkesseln ist diese Aussage nicht ganz so eindeutig. Die Anschaffungskosten sind beträchtlich höher und es werden niedrigere Temperaturen im Heizsystem benötigt, bevor überhaupt Kondensat anfällt, wodurch eben die latente Wärme erst genutzt werden kann. Zudem ist die maximale Zusatznutzung, stoffbedingt auf 6% beschränkt (bei Gas 11%). Rein wirtschaftlich stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, in ein zweites Heizsystem zu investieren, da man dann auch unabhängiger ist von der Entwicklung der fossilen Energiepreise.

Zahlreiche Details sind bei der Heizungsoptimierung zu beachten. So sind z.B. voreinstellbare Thermostatventile für die hydraulische Einregulierung der Heizungsanlage wichtig.

Ein wassergeführter Kaminofen kommuniziert mit allen anderen Wärmeerzeuger und lässt sich auch als Sekundärheizquelle einbauen.

Letzte Aktualisierung:
09.07.2015