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Die Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014

Bauherren und Hausbesitzer sollten wissen: Seit 1.5.2014 gilt die neue Energieeinsparverordnung. Wir haben einen Überblick zusammengestellt, was sich mit der EnEV 2014 für Bauherren und Hausbesitzer verändert hat.
Der Energieausweis ordnet den energetischen Zustand eines Gebäudes auf einer Farbskala von grün (für gute Energieeffizienz) bis rot (hoher Energiebedarf) ein.

Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird die Energiewende weiter forciert. Zudem wurden auch Anforderungen der europäischen Gebäuderichtlinie entsprechend umgesetzt. Ziel ist es, bis 2050  einen fast klimaneutralen Gebäudebestand zu realisieren. Die Novelle der EnEV 2014 ist mit 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Der Großteil der Erneuerungen betrifft den Neubau.

Höhere Anforderungen bei Neubauten

Die erhöhten Anforderungen der EnEV 2014 betreffen vor allem den Neubau. Die Verschärfungen gelten als wichtiger Schritt hin zum EU-Niedrigstenergiegebäude. So werden die  energetischen Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf bei neu zu errichtenden Gebäuden ab 1.1.2016 um durchschnittlich 25 Prozent angehoben. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss um 20 Prozent verbessert werden.

Wenig Neues bei Altbauten

Da die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile bereits sehr anspruchsvoll sind, kommt es mit der Novelle der EnEV 2014 zu keinen wesentlichen Verschärfungen. Allerdings sind einige geänderte EnEV-Anforderungen, die bei Altbauten greifen, zu beachten. Ab dem Jahr 2015 dürfen alte Konstanttemperatur-Heizkessel, die bis Ende 1984 eingebaut wurden, nicht mehr betrieben werden. Bereits bestehende oder neu eingebaute Konstanttemperatur-Heizkessel (ab 1985) dürfen eine Betriebszeit von 30 Jahren nicht überschreiten. Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel sind davon nicht betroffen. Ausgenommen sind zudem selbstgenutzte Ein- oder Zweifamilienhäuser, deren Eigentümer am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben. Bei einem Eigentümerwechsels ist der neue Eigentümer zu einem Kesseltauschs innerhalb von zwei Jahren verpflichtet.

Primärenergiefaktor für Strom wird reduziert

Der Primärenergiefaktor (berücksichtigt auch die Verluste eines Energieträges, die bei der Gewinnung, Umwandlung und Verteilung anfallen) wurde laut EnEV 2014 bei Strom von 2,6 auf 2,0 gesenkt und 2016 noch einmal auf den Faktor 1,8 abgesenkt. Damit wird der gesteigerten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien Rechnung getragen. Windparks und Photovoltaikanlagen produzieren Strom klimeneutral und vermindern so die gesamten CO2-Emissionen für die Stromerzeugung. Dadurch schneiden strombasierte Wärmeerzeuger wie z.B. Wärmepumpen in der rechnerischen Bewertung wesentlich besser ab. Nachtspeicheröfen dürfen zudem auch in Gebäuden mit mehr als 5 Wohnungen über das Jahr 2020 hinaus in Betrieb bleiben (Änderung gegenüber EnEV 2009).

Oberste Geschossdecke / An- & Zubauten

In der EnEV 2014 ist ein Mindestwärmeschutz für die oberste Geschossdecke zum nicht ausgebauten Dachgeschoss definiert. So müssen Eigentümer „dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum, die nicht den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-2 erfüllen, nach dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 W/m2K (Watt pro Quadratmeter und Kelvin) nicht überschreitet. Die Pflicht gilt als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüberliegende Dach entsprechend gedämmt ist oder den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2:2013-02 genügt.“
Bei An- und Zubauten über 50 m2 gelten die Neubauanforderungen nur beim Einbau eines neuen Wärmeerzeugers. Wird der Anbau an eine bestehende Heizungsanlage angeschlossen, ist das Bauteilverfahren zu verwenden und der sommerliche Wärmeschutz nachzuweisen.

Änderungen bei Energieausweisen

Zentrales Merkmal des Energieausweises ist der so genannte Bandtacho. Hierbei zeigt eine Skala von grün über gelb bis rot an, wie es um die Energieeffizienz eines Hauses bestellt ist: Energiesparhäuser sind im grünen Bereich zu finden, nicht sanierte Altbauten im roten Bereich. Mit der EnEV 2014 gilt ein weiteres Kriterium: Es werden Energieeffizienzklassen von A+ bis H auf der Skala ergänzt. Die Klasse A+ entspricht einem Passivhaus, A dem Neubau entsprechend des EnEV-Niveaus ab 2016. Nicht sanierte Altbauen sind der Klasse H zuzuordnen. Damit sollen die Energieausweise für Laien verständlicher werden, da Effizienzklassen auch bei Haushaltsgeräten üblich und somit bekannt sind.  Ein direkter Rückschluss auf die Energiekosten ist über die Effizienzklassen aber nicht möglich, da die Heizsysteme, Brennstoffpreise sowie das Bewohnerverhalten sehr unterschiedlich sind.
Hinweis: Bei Immobilienanzeigen muss eine im Energieausweis angegebene Energieeffizienzklasse bei Verkauf und Vermietung immer angegeben werden. Betroffen davon sind allerdings nur Wohngebäude mit einem neuen Energieausweis, der nach dem Inkrafttreten der neuen EnEV 2014 ausgestellt wurde. Ist ein gültiger Energieausweis ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse vorhanden, besteht keine Pflicht zur Angabe einer Energieklasse in der Immobilienanzeige.

Immobilienbesichtigung und Energieausweis

Hausbesitzer und Vermieter müssen nun schon bei der Besichtigung den Energieausweis verpflichtend vorlegen. Zudem muss der Energieausweis verpflichtend als Kopie oder Original an den Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden. Energieausweise müssen gemäß der EnEV 2014 nun auch in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr (Banken, Kaufhäuser Gaststätten usw.) ausgehängt werden (bisher nur für Behörden gültig). Die Regelung gilt dann, wenn ein Energieausweis vorliegt. Dies gilt bei Gebäuden mit mehr als 500 m2, bzw. ab Juli 2015 mehr als 250 m2 Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr.
Zusätzliche Bestandteile des neuen Energieausweises sind auch Modernisierungshinweise. So ist anzugeben, ob eine Baumaßnahme in Zusammenhang mit größeren Modernisierungen oder als Einzelmaßnahme empfohlen wird. Freiwillig festgehalten werden können geschätzte Amortisationszeit und die Kosten pro eingesparte Kilowattstunde Endenergie.
Auch mit der EnEV 2014 gibt es weiterhin zwei Arten von Energieausweisen, den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Beim Verbrauchsausweis ist allerdings der Endenergieverbrauch um eine Pauschale von 20 kWh/m2·a bezogen auf die Gebäudenutzfläche zu erhöhen, wenn im Falle einer dezentralen Warmwasserbereitung der Verbrauch nicht bekannt ist. Wird die Raumluft in Wohngebäuden gekühlt, ist der Endenergieverbrauch für Heizung und Warmwasser für den Verbrauchsausweis um eine Pauschale von 6 kWh/m2·a bezogen auf die gekühlte Gebäudenutzfläche zu erhöhen.

Stichprobenkontrollen von Energieausweisen

Gemäß der EU-Gebäuderichtlinie 2010 werden mit der EnEV 2014 auch Stichprobenkontrollen von Energieausweisen und Inspektionsberichte für Klimaanlagen eingeführt. Demnach sind Aussteller von Energieausweisen verpflichtet, Kopien der von ihnen ausgestellten Energieausweise sowie der verwendeten Unterlagen zwei Jahre ab Ausstellungsdatum des Energieausweises aufzubewahren. Seit dem 1. Mai 2014 müssen nun Energieausweise beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) vor Beginn der  Arbeiten kostenpflichtig registriert werden. https://www.dibt.de/de/Geschaeftsfelder/GF-EnEV-Registrierstelle.html

Mit der EnEV 2014 erfolgt eine zusätzliche Einordnung der Gebäude in Energieeffizienzklassen.


Letzte Aktualisierung:
07.11.2016